10) Spinnmilben - sponheimerhof

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Die Spinnmilben / Die Reblaus



In unserem Weinbau spielen zwei Spinnmilbenarten eine wesentliche Rolle:
a) die Obstbaumspinnmilbe ( Rote Spinne)
b) die Bohnenspinnmilbe (gemeine Spinnmilbe)

Die rote Spinne
überwintert als gut sichtbares rotes Ei um die Knoten des einjährigen Holzes. Aus diesem Winterei schlüpfen mit dem Austrieb des Stockes die Milben. Dadurch können sie die erten sich bildenden Blätter besiedeln und bereits den Austrieb hemmen. Ohne Bekämpfung werden die jungen Triebe durch den Schädling vernichtet. Bei trockenem und warmen Wetter verbreitet sich der Schädling sehr rasch. Bei kühlem oder nassem Wetter können die Schädlinge erst zur Blütezeit oer im Sommer auftreten. Die Milben sind rot und an der Blattunterseite gut zu erkennen. Sie entziehen den Blättern den Zellsaft. Dadurch bleiben diese klein und fallen ab. Die Zuckerbildung wird gestört. Blüten und Beeren verkümmern. In einem warmen Sommer können sich bis zu 5 Generationen entwickeln. Ein eibchen legt bis zu 80 rötliche Eier an die Blattunterseite ab. Aus einer Milbe können bis zur dritten Generation 10 Millionen Tiere heranwachsen.

Die Bohnenspinnmilbe
Überwintert als Jungmilbe am Boden, auf Unkrätern und gelegentlich auch unter der Rinde des alten Holzes. Auch sie befallen die Unterseite der Blätter und richten den gleichen Schaden an, wie die Obstbaumspinnmilbe.
Die Bohnenspinnmilbe vermehrt sich noch stärker wie die Obstbaumspinnmilbe. Eine Milbe kann theoretisch eine Nachkommenschaft von mehr als 30 Milliarden Tieren hervorbringen.

Bekämpfung
Nach der Entfaltung des ersten Blattes sollte mit einem Milbengift (Akarizid) gespritzt werden
( Ultrazid 40, KWP 61, Metasystox u.a.). Es sind Mittel zu wählen, die die Sommereier abtöten und eine lange Wirkungsdauer haaben. Ferner sollten Fungizide verwendet werden, die eine Nebenwirkung gegen Spinnmilben ausüben. (Euparen, Basfugin, Netzschwefel u.a.). Die Akarizide sollten jährlich gewechselt werden. Wird immer das gleiche Mittel verwendet, können die Milben resistent werden.
Die letzte Bekämpfung Mitte Juni bis Anfang August sind besonders sorgfältig durchzuführen um die Zahl der überwinterten Schädlinge möglichts gering zu halten.

Die Reblaus

1860: Einschleppung durch Reben aus Nordamerika
1863: Auftreten der Reblaus in ordou, Marseille (Frankreich), erster Schaden festgestellt.
1868: Untersuchungskommission entdeckt die Reblaus.
1897: ganzes französisches Weinbaugebiet verseucht. Ein Drittel der gesamten Weinbaufläche vernichtet.
1874: Rebschule bei Bonn (erstes Auftreten in Deutschland)
1881: Auftreten der Reblaus an der Ahr.
1890: Auftreten der Reblaus am Rhein.
1912: Auftreten der Reblaus an der Obermosel, dann alle deutsche Weinbaugebiete.

Lebensweise

a) Blattreblaus:
tritt nur an den Blättern amerikanischer Reben auf. Durch Anstechen entstehen Gallen (Wölbungen) an den Blättern. (Galelnlaus)

b) Wurzelreblaus:
befällt nur die Wurzeln der europäischen Stöcke, Eiförmig, bis 1 mm groß, Farbe: braun-gelb-grünlich. Nur Weibchen. 500 Eier pro Weibchen in einer Generation, 1 Mutterlaus = mehrere Millionen Nachkommen. Lebt von Saft der Wurzeln. Sticht mit ihrem Rüssel die Wurzeln an. Wurzel schwillt an, (giftiger Speichel wird von der Laus abgesondert), Wurzel stirbt ab, Stock kümmert und "verhungert".

Nodositäten:

Tuborositäten:          Anschwellungen an                      werden durch anstechen
                                     
jungen, feinen Wurzeln                  der Reblaus geschädigt.
                                     
Anschwellungen an                        (Anschwellungen an den
                                     
älteren Wurzeln                             Wurzeln)

Die Reblaus hat wahrscheinlich keine natürlichen Feinde


Verschleppung:
a) Transport von befallenen Reben
b) Wind (Böen)
c) Bodenabschwemmungen
d) Schuhe
e) Bodenbearbeitungsgeräte
f) Kurze Wanderung im Boden (von Stock zu Stock)

Bekämpfung:

a) Reblausgesetz
b) Schwefelkohlenstoff (feuer- und explosionsgefährlich)
c) Propfrebe

Die Bekämpfung der Reblaus

Gesetze und Verordnungen:
Grundlage ist das Reblausgesetz vom 06.07.1904. Hierzu wurde im Laufe der Jahre zusätzliche Verordnungen erlassen. Die Weinbau betreibenden Bundesländer haben we
itere Verordnungen herausgegeben. Die Durchführung und Überwachung obliegt dern Reblauskommissaren.

Verkehr mit den Reben:

Die Einfuhr oder Au
sfuhr von Reben über die Grenzen eines Weinbaubezirkes muß genehmigt sein. Auch innerhalb der Grenzen eines Weinbaugebietes kann eine Überführungsgenehmigung angeordnet werden.

Entseuchung:
Die Ausübung der Rebenveredelung ist genehmigungspflichtig. Die erlaubten Unterlagen sind durch Verordnung festgelegt.

Amerikanische Rebschnittgärten:
Ihre Anlage ist genehmigungspflichtig. Bis zum 1. April muß das alte Holz mit einer 5% -6% igen Obstbaumkarbonileumbrühe gegen das Reblauswinterei gespritzt sein.

Neuanlagen:
Acht Tage vor der Pflanzung ist eine polizeiliche Anmeldung erforderlich. In den ersten drei Jahren müssen bis zum 1. August die Edelreiswurzeln entfernt sein.

Ertragsweinberge:
Bis zum 15. Mai sind die Edelreiswurzeln zu entfernen. Fehlstellen dürfen nicht durch EInleger des europäischen Holzes ausgebessert werden.

Pflanzung unveredelter Reben:
Sogenannte wurzelechte Europäerreben dürfen nur mit besonderer Genehmigung gepflanzt werden.
In flurbereinigten Gemarkungen ist der Anbau unveredelter Reben grundsätzlich verboten.

Hybriden:
(Kreuzugnen zwischen amerikanischen und europäischen Reben) Ihr Anbau ist grundsätzlich verboten.

Strafandrohung:
Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr


Züchtung Reblausungefährderter Reben

1. Versuch:
Amerikanische x Europäer  = Hybride
(sind nicht Reblausbeständig, sind nicht so gut in der Qualität wie andere Reben)
Deshalb sind sie verboten!

2. Versuch:
Pfroprebe = Unterlage (Amerikaner) + Edelreis (Europäer)

Unterlage 26G ist nicht ganz Reblausfest.


Reblausgesetz

1) Die Weinberge können auf Rebläuse untersucht werden.
2) Festgestellte Verseuchungen müssen ausgerottet und unterdrückt werden.
3) Dazu kann angeordnet werden:

   a) Vernichtung der verseuchten Reben und Entseuchung des Bodens
   b) Sicherheitsgürtel von 10 m Breite
4) Wer Rebläuse feststellt, ist verpflichtet eine Anzeige zu machen.
5) Frühere Reblausherde dürfen nicht mehr mit Wurzelechten Reben bepflanzt werden.
6) Wer fahrlässig die Reblaus verbreitet, haftet für den SAchaden, sofern ihm das nachgewiesen werden kann.
7) Wer durch Entseuchungsmaßnahmen geschädigt wird, bekommt eine Entschädigung (Aus der Reblauskasse des zutreffenden Bundeslandes)

 
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