09) Fröste im Weinbau - sponheimerhof

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Fröste im Weinbau



a) Spätfrost:
hat sich verspätet, tritt im Frühjahr auf "Eisheiligen"
ab 11.Mai (Pankratius, Bonifatius, Servaatius), Mitte Mai "Kalte Sofie".
b) Frühfrost:
hat sich verfrüht, tritt im Herbst auf, unreife Trauben werden geschädigt,
(noch keine 50 Öchsle), "Frostgeschmack"

Frostarten des Spätfrostes:
a) Windfrost:

Plötzlicher EInbruch klarer Luftmasen, geschädigt werden oft Weinberge, die nicht zu den bekannten Frostlagen gehören.

b) Strahlungsfrost:
Warme Luft wird nach oben abgestrahlt, kalte Luft fällt aus höheren Luftschichten auf den Erdboden
(bis zu 10 m Höhe)

c) Stauungsfrost:
Kalte Luft fließt (wie Wasser!) immer zu den tefsten Punkten des Geländes und staut sich dort auf (Frostlöcher)

Auswirkungen des Spätfrostes:
Ab Temperaturen von unter 0°C gefriert der Zellsaft. Dadurch dehnt er sich aus und zerreißt die Zellwände. Diese Zerstörungen werden erst nach dem Auftauen des Zellsftes sichtbar. (Blätter erscheinen wie verwelkt, werden später braun-schwarz).

Vorbeugende Maßnahmen gegen Spätfröste:
a) Bodenbearbeitung unterlassen!
Oder bis zu 3-4 Wochen an die mutmaßlichen Frosttage heranschieben.

b) Unkraut beseitigen, denn Unkraut erzeugt Verdunstungskälte

Aktive Frostbekämpfung
1) Lufttrübung (Räuchern,Vernebeln)

Sie ist die einfachste Methode. Notwendig ist Material das beim Verbrennen viel Rauch erzeugt. Dazu gehören z.B. alte Gummireifen, Sägemahl, Torf mit Rohöl getränkt, feuchtes Reisig, Teer usw. Der Handel bietet Nebelpatronen an. Eine Frostabwehr ist bei diesem Verfahren bis zu - 3°C möglich. Es muß aber völlige WIndstille herrschen. Daher ist dieses Verfahren nur für kleine Täler oder Mulden geeignet.

2) Bewindung
a) Durch feststehenden oder fahrbares Propellergerät wird bodennahe kalte Luft mit der darüberliegenden wärmeren Luft gemischt. Erfolgreich nur bei nicht zu starken Frösten und kleinen Flächen.
b)Verblasen angewärmter Luft durch einen Weinbergsföhn. z.B. fahrbar auf einem Unimog montiert. Der Erfolg ist etwa wie der unter a) beschriebenen Methode.

3) Beheizen
Wirksam bis zu etwa 5° unter Null.
a) Heizöfen:
mit Öl beschickt, Ofentypen sind unterschiedlich. Vorzuziehen sind Öfen, die viel Wärme erzeugen, rußfrei brennen und eine gleichmäßige Heizleistung bringen.

b) Freiluftbrenner:

mit Öl oder Propangas beschickt.

c) Festbrennstoffe:
z.B. "Frostkiller", bestehend aus Wachs und Paraffinen..
Gewicht: 6 kg/Stück, 40 bis 60 Stück beheizen 1000 m² Weinbergsfläche. Die Brenndauer beträgt etwa 8 - 10 Stunden. DIese Festbrennstoffe können jederzeit gelöscht werden und wieder angezündet werden.

Frostschutz durch Beregnung
Wirkung:
Die Frostschutzwirkung beruht auf der Tatsache, daß Wasser beim Gefrieren seine Wärme (Erstarrugnswärme) an die Umgebung abgiebt. Solange nun Wasser auf die grünen Rebteile trifft, sinkt auch bei Frost deren Temperatur nicht unter 0°C ab. Ein Frostschaden kann also nicht eintreten. Durch ständiges Gefrieren des verregneten Wassers wird laufend Wärme frei, die die  grünen Rebteile während eines Frostes in einem lebensfähigen Temperaturbereich hält. In der Praxix kommt es also darauf an, daß der Gefriervorgang auf Blättern und Trieben durch die Zufuhr genügender Wassermengen ohne Unterbrechung  in Gang gehalten wird. Stockt   die Wasserzufuhr auch ur kurze Zeit, (Rohrbrüche, Maschinenschaden),  sind die Schäden katastrophal!
Die Beregnung schützt vor Frösten bis etwa -7°C.

Ein Erfolg der Beregnung setzt folgendes voraus:
a) Die Rebtriebe müssen 5 cm lang sein, damit der junge Trieb dem Wasser eine genügende Auffangfläche bietet.
b) Die verregnete Wassermenge darf an keiner Stelle 2 l - 2,5 l Wasser je m²  und Stunde unterschreiten.
c) Eine Umdrehung der Regner soll eine Minute nicht überschreiten.
d) Während der Beregnung darf schwache Luftbewegung herrschen, Bei Windgeschwindigkeiten von über 5 m/sec bleibt die Beregnung wirkungslos. In diesem Falle ist es besser die Anlage nicht in Betrieb zu nehmen.

Die Beregnung kann ausgeschaltet werden, wenn die Lufttemperatur außerhalb der beregneten Weinberge +1°C beträgt und weiter ansteigt.

Beregnungsanlagen können auch verwendet werden:
a) Zum Verregnen flüssiger Dünger
b) Zum Verregnen von Spritzmitteln
c) Zur Bewässerung in trockenen Sommern.

 
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