05) Bodenbearbeitung - sponheimerhof

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Die Bodenbearbeitung, Pflügen


Die Mikroorganismen im Boden

Mikro = klein, Organismen = Lebewesen.
Mikroorganismen sind Kleinlebewesen. Es sind Pflanzen. 1 g. Boden enthält 50-100 Millionen Lebewesen. Sie zersetzen Pflanzen und Tierreste. Pflanzenreste = Torf, Stallmist, Stroh usw.. Dadurch entsteht ein Gas: Kohlensäure. Dieses Gas dehnt sich aus, dringt in die Hohlräume des Bodens und lockert ihn. Dadurch hält der Boden Wasser fest. Dadurch entsteht eine gute Nährstoffversorgung und die warme Luft des Tages wird gespeichert. Ohne Luft ersticken die Lebewesen des Bodens. Darum Bodenlockerung. Sie verarbeiten bestimmte Mineraldünger so, daß diese vom Stock aufgenommen werden. Sie ernähren sich von Tierresten und Pflanzen. Darum führen wir dem Weinberg Humus zu.

Bodenbearbeitung während eines Jahres.
1)Winterbodenbearbeitung:

Zupflügen der Reben vor Einbruch des Winters

a) Schutz der Veredelungsstelle (Pfroprebe) vor Frost. Von Bedeutung bei Junganlagen.
b) Erzielung der Frostgare durch druchfrieren des Bodens. Vorwiegend bei schweren Böden. Bei Schieferböden weniger von Bedeutung.
c) Unkrautbekämpfung
d) Vernichtung von Krankheitserreger durch Unterpflügen des Laubes (z.B. Roter Brenner)

2) Frühjahrsbodenbearbeitung:

Flache Bodenbearbeitung

a) verminderung der Wasserdünstung durch zerstören der Haarröhrchen.

Haarröhrchen sind intakt, wenn der Boden zusammengepreßt ist.
b) Duchlüftung des Bodens
c) Bereitschaft zur Wasseraufnahme

3) Sommerbearbeitung:
sehr flach (Rühren)
a) Erhaltung der Bodenfeuchtigkeit durch zerstörten der Haarröhrchen.
b) Auflockerung des Bodens damit Wasser und Nährstoffe (Sommerdüngung) besser eindringen können.

Die Boden der deutschen Weinbaugebiete
Mosel-Saar-Ruwer-Mittelrhein:
Devon-Schiefer (Devon = Erdzeitalter 300 Millionen Jahre)
Mittelmosel auch Tonschiefer, bei Trier Keuperböden.

Nahe:
Schiefer, Sandstein, Löß, Lehm, Ton.

Rheingau:
Sandige, lehmige, tonige Böden, Schiefer, Lösgemisch.

Rheinhessen:
Löß und Mergel.

Rheinpfalz:
Sand, Kies, Keuper, Letten.

Franken:
Muschel, Kalk, Keuper, Bundsandstein.

Württemberg:
Keuper, Löß, Buzndsandstein.

Baden:
Löß, Lehm, Mergel, Ton, Vulkan, Keuper, Biundsandstein.

Die Bodenarten

Oberboden: Bearbeitungsboden, Pflugtiefe 30 cm, gelockert, Wasserhaltig, Wasserspeicher, Nährstifhaltig, kaum Wurzelwuchs.
Unterboden:
30-60-80-100cm tief, Hauptwurzelbereich, Vorratsdüngung.
Untergrund:
Bei Schiefer oft noch Wasserlieferant.

Schieferboden
Schiefer ist zu Stein gewordener Schlamm (Druck). Bester Schiefer= Devon-Schiefer (Devon = Erdzeitalter). kann 60 % bis 70 % Stein enthalten.
Vorteile:
Verhindert Unkrautwuchs, speichert die Wärme, gibt sie in der Nacht ab, erleichtert die Bodenarbeit.
Nachteile:
hält das Wasser nicht fest, erfordert eine starke Humusversorgung (Torf, Stallmist, usw.), Nährstoffarm. Auswaschungsgefahr, Nährstoffe werden schnell aus dem Hauptwurzelbereich nach unten transportiert.

Die Bodenpflege (Bodenbearbeitung)
Der Boden ist das wichtigste Kapital des Winzers. Die Erhaltung und Förderung seiner Fruchtbarkeit dient der Existenzsicherung der Betriebe. Die Bodenpflege gehört daher zu den wichtigsten Aufgaben des Winzers.
Der Weinbauboden unterliegt einer besonders hohen Beanspruchung:
a) der Weinbergsboden ist fast immer unbedeckt und daher ungeschützt den Umwelteinflüssen ausgesetzt.
b) in Hanglagen unterliegt der Boden einer ständigen Erosion (Bodenabtragung) und damit einem ständigen Feinerdeverlust.
c) Bei den Arbeiten im Weinberg wird der Boden durch Begehen und Befahren ständig verdichtet.
d) da die Rebe  eine Mopnokultur ist, wird der Boden einseitig beansprucht.

Bei der Bodenbearbeitung unterscheiden wir:

a) mechanische Bodenbearbeitung
b) biologische Bodenbearbeitung
c) chemische Bodenbearbeitung

Die mechanische Bodenbearbeitung erfolgt durch die Bodenbearbeitungsgeräte. Zur biologischen Bodenbearbeitung gehört die Bodenabdeckung mit Stroh und Gründüngung. Bei der chemischen Bodenbearbeitung werden Unkrautbekämpfungsmittel (Herbizide) verwendet.
Die mechanische Bodenbearbeitung besteht aus der Bodenlockerung. Die Böden bleiben nicht immer aufgelockert. Sie werden wieder fest durch:
a)Regen: Besonders der Schlagregen bewirkt eine Bodenverdichtung, die Hohlräume im Boden werden zugeschlämmt.
b) Weinbergsarbeiten: Dadurch wird der Boden festgetreten und festgefahren (besonders bei Nässe).
c) eigenes Gewicht des Bodens: führt ebenfalls zur Bodenverdichtung.

Zweck der Bodenlockerung
a) Durchlüftung des Bodens:
Wurzeln und Kleinlebewesen brauchen Luft. Luftmangel stört das Pflanzenwachstum (Clorose = Gelbsucht>). Lockere Böden nehmen Wärme auf.

b) Regulierung des Wasserhaushaltes:
Lockere Böden nehmen viel Wasser auf. Es gelangt schnell zu den Wurzeln.
Die mechanische Bodenbearbeitung wird ergänzt durch die Humusversorgung (Stallmist, Torf u.a.), durch die Mineraldüngung und andere Bodenverbesserungsmaßnahmen.

Bodenbearbeitung im Direktzug: Schmalspurtraktor !
Die Weinberge des Sponheimer Hofes, können, Dank der Flurbereinigung Anfang der 70er
Jahre, bis zu 80 % der Fläche im Direktzug bearbeitet werden.
Dies ist eine große Arbeitserleichterung, denn die Bodenbearbeitung kann mit einem Schmalspurtraktor doch wesentlich leichter und schneller durchgeführt werden.
Die Bilder zeigen den Traktor beim Rebenheckseln. Mit dem Traktor kann der Boden auch aufgeruppert werden, er kann gefräst werden und die Kräter und Pflazen können gemulcht werden.
Steigungen bis zu 60 % können mit dem kleinen Gefährt überwunden werden.

Unkrautbekämpfung

Die Bekämpfung des Unkrautes erfolgt in unserem Betrieb durch 2 Maßnahmen:
1) Unterpflügen des Unkrautes (Siehe oben Pflügen)
2) Mähen des Unkrautes
mit einem Freischneider wird das Unkraut abgeschnitten und verrotten lassen. Dieser Vorgang wird 2 bis 3 mal im Jahr wiederholt und gegen Ende des Jahres wird der Weinberg gepflügt. Auf diese Art und Weise wird auch wieder zusätzlicher Humus für den Weinberg eingebracht. Abgeschnitten wird das Unkraut mit einem Plastikfaden, der dem Stock keine Verletzungen beibringen kann.
Mit diesen Maßnahmen, können wir in unserem Betrieb seit über 15 Jahren bereits auf entsprechende Unkrautvernichtungsspritzmittel verzichten.

Die Unkrautbekämpfung

Sie soll den Unkrautwuchs auf ein Maß zurückdrängen, das für den Aufbau der Rebe gerade noch tragbar ist.
Diese Einstellung hat zwei Gründe:
a) Kostenersparnis
b) Vorteile des Unkrautes
Vorteile                                                   Nachteile
a) Humusanreicherung  
                                     a) Nährstoffentzug
b) Verhinderung von Erosionen                             
b) Wasserentzug
(Bodenabschwemmung)                                       
c) Förderung von Krankheiten
c) Bodenlockerung                                                  
( Botrytis, Penospora)
d) Erhaltung der bodengare durch Beschattung       
d) Bodenabkühlung bis zu 2,5°C
bei Samenunkräutern

Wartezeit: Wartezeit ist der Zeitraum von Anwendungen von Chemischen Stoffen bis zur Ernte.

Hebrizidarten

1) Vorauflaufmittel:
werden vor
dem Erscheinen des Unkrautes auf den noch unkrautfreien Boden gestreut oder gespritzt.

a) ohne Dauerwirkung:

z.B. Kalkstickstoff (vor dem Austrieb)

b) mit Dauerwirkung:

Mittel wirken für eine Vegetationsspende

2) Nachauflaufmittel:
werden auf das wachsende Unkraut gespritzt oder gestreut.

a) ohne Dauerwirkung:

Ätzmittel, die das Unkraut schnell abtöten.

b) mit Dauerwirkung:

vorwiegend geen hartnäckige Wurzelunkräuter

Anwendung hormonhaltiger Herbizide

Hormonhaltige Herbizide enthalten Wuchsstoffe! Diese Wuchsstoffe bewirken ein so starkes Pflanzenwachtum, daß die Unkrautpflanzen einige Zeit nach der Behandlung sich zu Tode wachsen. Die Wuchsstoffe schaden den meisten Nutzpflanzen, besonders der Rebe. Daher ist bei ihrer Anwendung größte Vorsicht geboten.

1) Steumittel:
In den Ertragsweinbergen ab dem 4. Jahr nach der Pflanzung. In aushaureifen Parzellen in den letzten drei Jahren vor der Neupflanzng nicht mehr verwenden. Vor dem Austrieb der Reben die Mittel möglichst auf den feuchten Boden streuen. Nicht mehr anwenden, wenn die Rebaugen aufbrechen und das Wetter wärmer wird.
Keine größeren Mengen streuen, als vom Hersteller angegeben.

2) Spritzmittel:
In den Ertragsweinbergen aub dem 4. Jahr nach der Pflanzung. Beste Anwendungszeit: Ende Juli bis Anfang August, wenn das Längenwachstum der Stöcke abgeschlossen ist und die Gipfelspitzen sich strecken. Niemals kurz vor, während oder kurz nach der Blüte spritzen: Gefahr des Durchrieselns!
An warmen Tagen nur früh morgens oder abends spritzen, nicht bei Wind.
Nur die vom Hersteller angegebene Menge verwenden.#Spritzdruck gering halten. Nur mit großen Tröpfchen spritzen. Abtreiben der Spritzbrühe verhindern. Spritzschirm anbringen.
Grüne Rebteile dürfen nicht getroffen werden, da sonst Mißbildungen und Ertragsverluste bis zum Totalschaden auftreten können.
Wenn eine Bodenbearbeitung nach einer Spritzung unbedingt notwendig ist - wie bei anhaltender Trockenheit - nur ganz flach arbeiten.
Reste wuchsstoffhaltiger Herbizide dürfen unter keinen Umständen in Gewässer gelangen.

Reinigung der Spritzgeräte
10 gr. bis 20 gr. Aktivekohle auf 10 l. QWasser, dieses Gemisch eine nacht im Gerät einschließlich Schlauch und Strahlrohr stehen lassen. Danach die Spritze mehrmals mit klarem Wasser ausspritzen.

Herstellerhaftung:
Da die Hersteller auf die Anwendung der Mittel und auf die während der Anwendung herschenden Gegebenheiten, z.B. das Wetter, keinen Einfluß nehmen können, übernehmen sie nur eine Haftung für die gleichbleibende Beschaffenheit der Mittel.

 
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